Design Sprints als agile Methode der Problemlösung

Der Design Sprint ist eine spezielle Vorgehensweise zur Lösung von Problemstellungen, bei der ein Team fokussiert und unter strikter Zeitvorgabe mit einer Vielzahl von Tools arbeitet. In der Praxis werden unter einem Design Sprint häufig unterschiedliche Herangehensweisen verstanden, die alle eine Ähnlichkeit zum Design Thinking aufweisen. Das bekannteste Format ist bei Google Ventures mit der Zielsetzung entstanden, in nur einer Woche einen kompletten Entwicklungszyklus zu durchlaufen, Prototypen zu entwickeln und zu testen. Der Design Sprint von Google stellt im nachfolgenden Text den Schwerpunkt der Ausführungen dar.

Merkmale von Design Sprints

Ein hohes Maß an Geschwindigkeit in Kombination mit Design-Thinking-Elementen, eine sehr konzentrierte Arbeitsweise mithilfe einer stringenten Moderation sowie die fünftägige Dauer am Stück sind die Kennzeichen des Design Sprints. Das Team zeichnet sich durch Heterogenität und Interdisziplinarität aus. Als ideale Teilnehmeranzahl werden maximal sieben Personen empfohlen. Größere Gruppen gehen zu Lasten der Arbeitsgeschwindigkeit. Innerhalb der Sprintwoche werden zudem bei mehreren Arbeitsschritten ein bis zwei Entscheider zurate gezogen, die nicht unbedingt Teil des Sprintteams sein müssen. Als Grundausstattung wird ein großer Raum mit vielen Whiteboards und Haftnotizen benötigt.

Die Tagesstruktur

Am Montag („Unpack“) wird zuerst das individuelle Wissen der Teammitglieder zu einer Problemstellung für alle transparent offengelegt. Das Sprintziel wird bestimmt, der Status-quo beschrieben, Experteninterviews durchgeführt, Erkenntnisse zusammengetragen und ein Schwerpunkt gesetzt. Der Dienstag („Sketch“) startet mit Kurzvorträgen der Sprint-Teilnehmer, bei denen etwa Beispiele oder Lösungen aus anderen Branchen vorgestellt werden. Nach dieser Inspirationsphase erarbeitet und visualisiert jedes Teammitglied in einem vierstufigen Prozess individuell Lösungsvorschläge. Am Mittwoch („Decide“) steht vormittags die Bewertung der individuellen Ideen im Vordergrund. Die vielversprechendsten Einzelideen werden zusammengeführt. Nachmittags werden Storyboards gezeichnet, als Grundlage der zu erstellenden Prototypen. Zudem werden die am Freitag stattfindenden Interviews geplant. Am Donnerstag („Prototype“) werden innerhalb eines Tages ein oder mehrere Prototypen fertiggestellt. Parallel dazu wird der Interviewleitfaden für den Test am Folgetag erarbeitet. Freitag („Test“) wir der Prototyp/die Prototypen im Rahmen von insgesamt fünf Einzelinterviews mit Anwendern überprüft. Zum Ende des Tages liegen erste Erkenntnisse vor, ob die Idee vielversprechend ist, die Prototypen einer weiteren Iteration bedürfen oder der Ansatz nicht weiterverfolgt werden sollte.

Anwendungsbeispiele aus der lexoro Praxis

Der Design Sprint kommt insbesondere bei Start-up-Unternehmen, in Akzelerator- und Inkubator-Programmen, sowie in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zum Einsatz. Die Themen reichen von klassischen Problemstellungen der Produkt-/Serviceentwicklung über technologische oder soziale Herausforderungen bis hin zu Fragestellungen aus den Bereichen Personal, Marketing, Business Development oder IT/Digitalisierung. Auch Use-Case Ideen für KI Anwendungen lassen sich hiermit wundervoll definieren.